Tag 6, Freitag, 28.12.2018

Entfernung Stop
Qawra Palace Hotel
11,1 km in 20 Minuten Cat Village Malta
200 m in 3 Minuten (Fußweg) Spinola Bay
300 m in 6 Minuten (Fußweg) Love Statue
60 m in 1 Minute (Fußweg) Costa Coffee Spinola
4 km in 15 Minuten The Point Shopping Mall
300 m in 5 Minuten (Fußweg) Fort Tigné
1 km in 8 Minuten Sliema Hafenfront
15 km in 30 Minuten Qawra Palace Hotel
= 32,1 km in 1:13 Stunden Fahrtzeit

Eine Woche ist halt doch schon ziemlich kurz, sodass wir schon an unserem letzten Tag auf Malta angekommen waren. Obwohl wir eigentlich eine Woche Malta geplant hatten, haben wir von Malta selbst noch gar nicht alles spannende gesehen. Insbesondere das Gebiet, in dem Laura in der Woche zuvor die Sprachschule besucht hatte, ist mit die bekannteste Region des Inselstaats. Hier leben die allermeisten Malteser und die Städte in der Metropolregion sind wahrscheinlich das erste, was die meisten Maltatouristen sehen werden.

Für unseren letzten Tag hatten wir uns also vorgenommen, diesen Teil von Malta zu erkunden.

San Giljan

Der erste Ort, den wir angesteuert hatten, war San Giljan. San Giljan ist hinter Pembroke der erste Ort in der Metropolregion im Nordosten von Malta. Was hier im Nordosten das krass ist: die meisten Straßen sind vergleichsweise eng und zum Teil ziemlich Steil. Sobald man die Hauptstraßen verlässt, um irgendwo einzubiegen, landet man ziemlich schnell auf einer starken Steigung in ziemlich dicht bebauten Siedlung.

San Giljan ist einer der drei primären Studierendenorte. Auf Malta gibt es nämlich sehr viele Sprachschulen, sodass in den Studentenstädten insgesamt ein sehr bunter Mix aus verschiedensten Nationalitäten anzutreffen ist. Das junge Publikum in San Giljan ist natürlich auch die ideale Zielgruppe für ein vielfältiges Nachtleben, sodass San Giljan auch als Partystadt bekannt ist.

Unser Ziel in San Giljan war jedoch nicht das Nachtleben – Laura hatte im Internet irgendwo etwas von dem Cat Village gelesen. Das klang spannend, weshalb wir das unbedingt besuchen mussten.

Da das Cat Village unser erstes Ziel war, das wir auch in Google Maps zur Navigation eingetragen hatten, sind wir hier auf Parkplatzsuche gegangen. Die Parkplatzsuche gestaltet sich in Maltas Metropolregion insgesamt außerordentlich schwierig und nervig. Hier hatten wir aber tatsächlich Glück. Nur knappe 100 m vom Cat Villag entfernt befindet sich das Cavalieri Art Hotel, wo es auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein paar wenige, aber dafür freie und kostenlose Parkplätze gab. Hier haben wir den Wagen abgestellt und sind losgelaufen zum Katzenparadies.

Cat Village Malta

Bereits auf dem Weg zum Parkplatz sind wir am Cat Village vorbei gefahren, hatten es aber zunächst übersehen. Eine ältere Dame hat hier ein kleines Katzenparadies geschaffen, mit vielen Kuscheltieren, Kissen und Decken, ein paar kleinen Häuschen und Hinweistafeln. Als wir hier ankamen, waren wir jedoch etwas enttäuscht. Als wir von einem Katzen Dorf gelesen hatten, haben wir uns irgendwie mehr (insbesondere mehr Fläche) versprochen, als hier im Endeffekt zur Verfügung stand. Zudem haben wir hier auch kaum Katzen gesehen – die waren wohl gerade alle auf Patrouille. Das ganze Cat Village ist von einer älteren maltesischen Dame initiiert worden und wird bisher auch immer noch von ihr gepflegt. Tolles Engagement!

Was etwas unangenehm war, war der penetrante Gestank von Katzenurin, der vom Cat Village aus ging. Trotzdem haben wir einige Fotos vom Cat Village gemacht und sind dann recht schnell von dannen gezogen.

Also, eigentlich haben wir Fotos gemacht. Bestimmt auch nicht zu wenige. Aber sie lassen sich nicht mehr auffinden. Wenn wir aber ganz ehrlich sind: so beeindruckend war dieser Ort hier auch nicht. Die fehlenden Bilder stellen zwar für unser persönliches Erinnerungsalbum eine Lücke dar, diesen Seiten enthalten wir durch die fehlenden Fotos aber auch keine künstlerischen Highlights vor.

Spinola Bay

Vom Cat Village ist es ein Katzensprung (wir feiern uns gerade etwas zu doll für diese gekonnte Überleitung 😛) zum Spinola Bay. Hierbei handelt es sich um eine ruhig gelegene Bucht mitten im Zentrum von San Giljan. Die enge “Innenstadt”, wenn man sie denn so nennen kann, befindet sich ein paar hundert Meter nördlich von dieser Bucht, wobei wir uns für den Rest unserer Zeit in San Giljan an dieser Bucht aufhalten wollten. Die Spinola Bay bildet so ungefähr das südliche Ende des Paceville genannten Vergnügungsviertel von San Giljan mit “mehr als 350 Diskotheken, Bars und Kneipen” (laut Wikipedia).

Uns hat die Bucht hier ziemlich gut gefallen, auch wenn sie für uns einen kleinen Schock darstellte. Wir waren die letzten Tage durch viel karge Natur in Malta gefahren und gelaufen und auch Valletta hatten wir nur im Dunkeln besucht, mit weitaus weniger Fußverkehr, als Tagsüber. Hier war wieder das bunte Leben: an der Spinola Bay gibt es ganz viele Restaurants und Bars, von denen viele auch echt gut aussahen. Im Wasser lagen einige Boote, auch die für uns bereits aus Marsaxlokk bekannten Luzzus.

Am Wasser entlang gab es einen netten Fußweg, den wir genommen haben, um langsam auf die gegenüberliegende Seite der Bucht zu schlendern. Von dem Weg aus konnten wir uns hier sehr gut umsehen – wir hatten sowohl einen tollen Blick über das Wasser, als auch über die vielen modernen Lokale und Gebäude rund um die Bucht.

Unser nächstes Ziel war die LOVE-Statue am westlichen Ende der Bucht.

Love Statue

Diese Statue ist gewissermaßen das Wahrzeichen der Stadt. Tatsächlich steht hier das Wort Love kopf. Ob das jetzt aus einem tieferen künstlerischen Gedanken heraus entstanden ist, oder einfach nur ein nettes Gimmick ist, können wir natürlich nicht beurteilen. Unser Fazit dieser Statue: ganz nett. Uns hätte bestimmt nicht wirklich etwas gefehlt, wenn wir die Statue ausgelassen hätten.

Auf diese Weise ist es zwar ärgerlich, dass wir auch von dieser Statue keine Bilder mehr wiederfinden, aber kein Weltuntergang.

Costa Coffee Spinola

Einige Zeit haben wir noch bei einem Milchkaffee im Costa hier an der Bucht verbracht. Für Sprachschüler gibt es hier einen Internet-Hotspot, den sie kostenfrei nutzen können. Man muss sich lediglich ein Getränk kaufen und kann dann praktisch den ganzen Tag hier verbringen. Auf diese Weise war der Laden zwar ziemlich voll, hatte aber trotzdem eine angenehm ruhige Atmosphäre, die wir noch einige Zeit genossen haben.

Nachdem wir unsere Getränke aufgetrunken hatten, ging es zurück zum Auto. Paul hatte den Wunsch noch etwas von der Umgebung zu sehen, in der Laura die vorherige Woche unterwegs war. Auf diese Weise ging es mit dem Auto weiter in den Ort Sliema.

Sliema

Mit dem Auto sind wir der Küste praktisch noch ungefähr für 10 - 15 Minuten gefolgt. San Giljan geht direkt in Sliema über, genaue Stadtgrenzen sind bestimmt nur für eingefleischte Malteser zu erkennen. Für Paul waren wir genau in dem Moment in Sliema, wo Laura sagte “und das hier ist Sliema”. Sliema hat übrigens ein noch viel größeres Parkplatzproblem wie San Giljan. Der Unterschied zwischen San Giljan und Sliema ist aber derart gelagert, dass wir in San Giljan einen Parkplatz gefunden haben. Nach einer zwar kurzen aber dafür nicht minder nervigen Kurverei, in der wir nach Parkplätzen gesucht haben, haben wir uns kurzerhand gefragt, ob wir tatsächlich wichtige Ziele in Sliema besuchen wollten…

Wir sind also wieder umgedreht, diese Parkplatzsituation macht einfach keinen Spaß. Malta hat hier in der dichtbesiedelten Küstenregion ein ziemlich guten öffentlichen Nahverkehr. Das wäre definitiv eine schlauere Idee gewesen, obwohl wir einen Mietwagen hatten. Auf diese Weise haben wir nur die schöne breite Uferpromenade gesehen, aber nicht viel mehr. Da Laura die Stadt in ihrer ersten Woche zur Genüge kennengelernt hatte, musste Paul also mit den Erzählungen auskommen. Schade eigentlich.

The Point Shopping Mall

Sliema hat eine recht längliche Form. Im Norden ist die Stadt begrenzt durch das St. Julian’s Bay (in dem auch das Spinola Bay liegt) und im Süden durch eine zweite Bucht, die Sliema von Valletta trennt. Ganz im Osten von Sliema befindet sich die Hauptattraktion der Stadt: die Shopping Mall The Point und das dahinter liegende Fort Tigné. Auf ihren abendlichen Erkundungstouren hat Laura diesen Bereich besichtigt.

Zu Fuß ist das erste, was man erreicht, wenn man in Richtung Fort läuft, eine große Shopping Mall. Auf drei Ebenen gibt es hier eine ziemlich bunte Mischung aus vielen verschiedenen Geschäften. Die ganze Mall war ziemlich stylish und bemerkenswert ruhig – obwohl Vorweihnachtszeit war, war die Mall nicht wirklich überlaufen, auch nicht am Wochenende.

Besonders schön war aber der Vorplatz der Mall, der sich in Richtung des Forts befindet. Hier war ein großer Weihnachtsbaum aufgebaut und in einem Halbkreis um diesen Platz befanden sich einige Hochhäuser, in denen sich im Erdgeschoss verschiedenste Gastronomien angesiedelt hatten.

Besonders fotogen ist auch die Seite der Shopping Mall. Durch die vielen Bögen und die Lichterketten, die über der Gasse zwischen der Mall und dem Nachbargebäude aufgespannt waren, war die Kulisse hier wirklich beeindruckend. Gerade im Dunkeln war das hier wirklich ein Träumchen. ❤️

Fort Tigné mit Tigné Point Beach

Hinter der Shopping Mall führt ein wunderschön angelegter Weg an die Südküste von Sliema. Hier am Tigné Point Beach ist zwar kein Strand zu erwarten, aber ein grandioser Blick, sowohl über die Bucht nach Valletta, die Hauptstadt von Malta, die Küste von Sliema und auf das Fort Manoel, das sich auf seiner eigenen Halbinsel zwischen Valletta und Sliema befindet. Im Rücken hat man hier das Fort von Sliema, das Fort Tigné. In das Fort hinein gehen durfte man allerdings nicht, hier war alles abgesperrt.

Hier ist offenbar die Luxusecke von Malta, die ganzen Gebäude hier sahen ziemlich teuer und modern aus. Wer hier wohnt, muss definitiv Geld haben – hat aber offensichtlich Geschmack. 😉

Sliema Hafenfront

Ein paar Meter weiter die Küsste entlang befindet sich der Hafen von Sliema, wo etliche Boote liegen. Hier fahren auch regelmäßig Boote nach Valletta oder bieten für Touris Tagesausflüge nach Gozo oder Comino an. Man kann hier ein gefühlt ewig langes Stück über die Uferpromenade laufen, an der einige kleine Buden stehen, die Bootstouren durch die große Bucht anbieten. Das ist übrigens die Uferpromenade, an der wir auch dann einige Tage später (…der Tag, den wir hier gerade schreiben) entlang gefahren sind. Die meiste Zeit läuft man hier aber an der Straße entlang und aufgrund der miserablen Parkplatzsituation stehen überall Autos und LKW am Rand. Die andere Seite, die Bucht, ist dagegen aber wirklich herrlich.

Auf der anderen Straßenseite befinden sich ganz viele Geschäfte. Neben Souvenirshops, Gaststätten und Bars gab es hier auch kleinere Einzelhändler. In diesen Läden haben auch einige der Schüler gejobbt, die über mehrere Monate eine der unzähligen Sprachschulen in diesem Gebiet besuchten.

Sliema ist eigentlich eine sehr schöne, bunte Studentenstadt, bei der es sich wirklich lohnt mal ein bis zwei Tage Zeit zu haben, sie zu besuchen. Hier ist alles Fußläufig zu erreichen – nur den Fehler mit dem Auto hier herein zu fahren, sollte man tunlichst vermeiden.